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Massaker in Salerno

Salerno

Heute ist Salerno eine Provinzstadt in der italienischen Region Kampanien. Wunderschön am Thyrennischen Meer und unterhalb der Burg des Arichis II aus dem achten Jahrhundert gelegen. Hier entstand die berühmte Schola Medica Salernitana, die erste Medizinschule Europas. Im elften Jahrhundert erreichte das Fürstentum Salerno seine größte Ausdehnung unter Prinz Guaimar IV, einem der bedeutendsten Fürsten seiner Zeit. Zeitweise dominierte Salerno mithilfe seiner normannischen Verbündeten Amalfi, Capua und große Teile Süditaliens. Nicht umsonst nannten seine stolzen Bürger es Opulenta Salernum, das prachtvolle Salerno.

Salerno-Castello de Arichis

Doch dann ereilte die Stadt ein großes Unglück, ein Aufstand des Adels, unterstützt vom benachbarten Fürstentum Amalfi, ein schrecklicher Fürstenmord mitten in der Stadt und vor aller Augen, dann die grausame Rache durch die verbündeten Normannen unter Führung der Brüder Hauteville.

Diese Geschichte wird in „Die Rache des Normannen“, meinem zweiten Roman der Normannen-Saga um Robert Guiscard, ausführlich erzählt. Mitten im Geschehen ist natürlich wieder der junge Gilbert Le-Porchon, der inzwischen aber schon ein erfahrener Krieger geworden ist. Er und seine Gefährten sollen Guaimars Schwester, die Prinzessin Gaitelgrima, nach Salerno begleiten, wo sie ihren kleinen Sohn taufen lassen will, denn nach dem Mord an Drogo ist sie mit Robert Guiscards Bruder Onfroi de Hauteville verheiratet. Gilbert und seine Gefährten stellen auf dieser Reise ihre Leibwache. Kaum sind sie in Salerno, brechen in der Stadt unerwartet die Unruhen aus, die die Fürstenfamilie in einen fürchterlichen Strudel der Gewalt ziehen und zu vernichten drohen. Eine wirklich spannende Geschichte, die auf Tatsachen beruht.

Der Aquädukt aus dem neunten Jahrhundert, der unten auf dem Bild zu sehen ist, spielt eine bedeutende Rolle in der Geschichte.

Acquedotto

Hier die Szene aus dem Buch, als Gilbert und seine Freunde, mit den Verfolgern im Nacken, verzweifelt aus der Stadt zu fliehen versuchen:

„Schnell“, rief er heftig nach Luft schnappend. „Klettert auf den acquedotto. Auf dem kommen wir in die Berge.“
Ungläubig starrten wir alle den Aquädukt entlang, der schnurgerade wie ein schmales Band auf den Berg zulief und dort irgendwo in zwei- oder dreihundert Schritt Entfernung zwischen Bäumen und Gestrüpp verschwand. Auf halber Strecke befand sich die Verbindung mit dem zweiten Aquädukt. Die oberen Deckplatten waren nicht breiter als zwei Ellen, dafür aber an vielen Stellen vierzig Fuß über dem Abgrund. Darauf sollten wir laufen? Unmöglich!
„He, Mann“, schreckte Hamo zurück. „Der Kerl spinnt. Mich kriegt ihr da nicht rauf. Da kommt keiner lebend rüber.“


Wer historische Romane und dabei einen spannenden Thriller mit vielen unerwarteten Wendungen liebt, dem kann ich dieses Buch wirklich empfehlen.

Erscheint bei Knaur am 1. Juli 2014.
„Die Rache des Normannen“



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