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"Die Comtessa" ante Portas

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Das Buch ist gedruckt, die ersten Rezensionsexemplare verlassen den Verlag, vermutlich auch Lieferungen an die Händler. Nun sind es nur noch wenige Tage bis zum offiziellen Erscheinungsdatum, dem 4. April. Gestern hat mir der Postbote das allererste Exemplar in die Hand gedrückt. Ein bewegender Augenblick.

Natürlich ist jeder Autor aus dem Häuschen, wenn er sein Baby zum ersten Mal in Händen hält, aber das Hardcover ist wirklich schön geworden. Der Umschlagentwurf ist in positiven Farben gehalten, ein spanisches Motiv aus dem 13. Jahrhundert, und wenn man ihn abnimmt, ist auch die Innenseite ähnlich bedruckt und mit dem Personenverzeichnis aus dem Anhang versehen. Eine originelle Idee des Verlags. Natürlich fehlen auch nicht Karten, Glossar und historische Anmerkungen.

Also, liebe Freunde, ihr dürft jetzt alle wie wild vorbestellen oder am 4. April die Buchläden stürmen. Die Geschichte ist spannend, ich verspreche es. Happy
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Gemeinschaftsroman - Ein Giraffenkamel?

Da sind zwölf Autoren, zumeist bekannte Namen, die sich zusammengeschlossen haben, um gemeinsam einen historischen Roman zu schreiben. Und mich hat man eingeladen, mitzumachen. Du meine Güte!

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Das Giraffenkamel von Martin Mißfeldt, 1992

Es ehrt mich natürlich, dass man an mich gedacht hat, obwohl ich ursprünglich einem solchen Unterfangen etwas skeptisch gegenüber stand. Es handelt sich schließlich nicht um zwölf Kurzgeschichten, sondern um einen einzigen durchgängigen Roman. Man fragt sich, wie sollen zwölf Autoren mit ganz unterschiedlichen Herangehensweisen, Ideen und Schreibstilen es schaffen, sich überhaupt auf eine durchgängige Story Line zu einigen?

Das erinnert an das alte Kinderspiel (Kamelzeichnen hieß es, glaube ich), wo mehrere Kinder voneinander verdeckt ein Wesen zeichnen, der eine den Kopf, der andere den Bauch, der dritte die Beine. Hinterher darf man sich dann totlachen, was dabei herausgekommen ist. Wie bei dieser Karikatur von Martin Mißfeldt.

Aber was soll’s, dachte ich, sei kein Spielverderber. Alle zwölf Musketiere haben nun zugesagt und sich verschworen. Außerdem ist das Buch schon verkauft. Ein seriöser Verlag steht dahinter, die Verträge sind unterschrieben. Nun ist es ernst damit. Also, schaun mer mal, wie der Franz sagt.

Meine ursprüngliche Skepsis hat sich inzwischen aber gelegt, denn die beiden Autoren, die das Projekt organisieren, haben es wirklich gut vorbereitet. Sie haben eine interessante Story gefunden, wochenlang die Hintergründe recherchiert, alte Dokumente zutage gefördert, alles aufgeschrieben, die Figuren identifiziert und ein Story Board entworfen. Die Geschichte steht also. Man muss nur noch die Kapitel füllen. Und jeder unserer zwölf Mitstreiter soll 2 Kapitel schreiben, einer nach dem anderen. Die Reihenfolge ist schon festgelegt. Das heißt, jeder der Autoren wird auf dem Inhalt seiner Vorgänger aufbauend die Geschichte vorantreiben.

Ich weiß nicht, wie es bestimmt wurde, aber aus irgendeinem Grund fielen mir die ersten beiden Kapitel zu. Der Vorteil ist, in gewisser Weise habe ich wahrscheinlich die größten Freiheiten, da ich keine Vorgänger habe, und kann meine Fantasie voll entfalten lassen. Andererseits ist ja gerade der Anfang für den Leser so wichtig, um in den Roman hineinzukommen. Ich muss mir also etwas Interessantes ausdenken. Hinzu kommt, dass fast alle wichtigen Figuren schon gleich bei mir auftreten und ich somit die Figurengestaltung quasi geerbt habe. Aussehen, Charakter, Besonderheiten, das nimmt hier alles seinen Ursprung. Ich bin gerade dabei, mich intensiv und schriftlich mit dieser Figurenentwicklung zu beschäftigen. Ich hoffe, meine Autorenkollegn können nachher damit leben, was ich mir ausdenke.

Ich muss zugeben, jetzt macht die Sache Spaß. Ich bin schon sehr gespannt, was am Ende dabei herauskommt. Keine Angst, es sind ja alles erfahrene Autoren. Natürlich wird es ganz unterschiedliche Stilrichtungen geben, aber gerade das soll ja der Reiz dieses Unternehmens sein.

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