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Erste Rezensionen zur "Hure Babylon"

Endlich ist mein neuer Roman an den Start gegangen und liegt in den Läden.
Das sind immer nervöse Tage, auch wenn ich mich langsam daran gewöhnen sollte. Trotzdem ist da dieses Lampenfieber und Nägelkauen, wie das Buch wohl aufgenommen wird. Ein Trost, dass mir viele Autorenkollegen bestätigen, es ginge ihnen nicht anders.

Umso mehr freue ich mich über die ersten positiven Rezensionen:

"Die Hure Babylon ist einer der intensivsten und spannendsten Romane aus der Epoche der Kreuzzüge. Grandiose, spannende Momente inmitten von Liebe, Leid und Kämpfen - überzeugend dargestellt."
(
Rezension bei: Things, Books and More)

„Ein farbenprächtiger und hervorragend recherchierter Historienroman, dem es durch seine spannende, abenteuerliche Geschichte problemlos gelingt, einem die gefahrvolle Reise der Kreuzfahrer im 12. Jahrhundert näher zu bringen. Für mich einer der besten Historischen Romane, die ich seit langem gelesen habe.“
(
Rezension bei: Belles Leseinsel)

„Ein berührender Roman, der aufzeigt, dass es keinen Grund gibt, Kreuzzüge zu glorifizieren, aber auch dass Glaube, Liebe und Hoffnung die drei wirklichen göttlichen Tugenden sind, auf die man bauen kann. Fazit: Empfehlenswert.“
(
Rezension bei: Helga König)

Frau König hat außerdem noch ein interessantes Interview zum Buch gebracht.
Zum Interview ...

Es werden gewiss noch andere Rezensionen auftauchen, vielleicht nicht immer so positive. Aber zumindest kann ich mir das Nägelkauen jetzt wieder abgewöhnen. Happy
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"Dann gab es kein Halten mehr"

Gelegentlich interessiert auf diesem Blog vielleicht die eine oder andere Rezension, die mir besonders aufgefallen ist. Mit freundlicher Erlaubnis der Rezensenten möchte ich sie hier zitieren. Hier die Neueste über den Bastard von Tolosa:

Mein Jahreshighlight 2011,24. Januar 2012
Vongagamaus (muc)
Rezension bezieht sich auf: Der Bastard von Tolosa: Roman (Kindle Edition)

„Lange habe ich dieses Buch nicht richtig beachtet und mehr durch Zufall bin dann doch dazu gekommen es mal anzulesen. Dann gab es kein Halten mehr.
Lasst Euch nicht abschrecken davon, dass es 930 Seiten dick ist. Hier ist wirklich keine Seite zuviel. Keinen Satz möchte ich missen und ich war am Ende traurig, dass der Roman nicht noch weiter ging.

Man wird mit der ersten Zeile hineingesaugt in eine hervorragend erzählte, dicht gewebte Geschichte in der der Held Jaufré sich nach langen Jahren im Heiligen Land entschließt, wieder in die Heimat zurückzukehren und zu versuchen etwas Seelenfrieden und Ruhe zu finden von all dem Krieg und Blut in seinem Leben.

Es handelt sich also keineswegs um ein Buch nur über den Heiligen Krieg um Jerusalem und keine Angst vor zu vielen Schlachten und Kämpfen. Die gibt es natürlich auch aber nach dem ersten Teil nehmen sie stark ab und die Handlung wird dann geprägt vom abenteuerlichen Versuch Jaufrés seine Burg wieder in Besitz zu nehmen und seine familiären Bande zu entwirren und zu festigen.

Ich empfand die Sprache als sehr bildgewaltig und doch nicht aufdringlich, als einfühlsam, wo dies von Nöten und kühl genau, wo Grausames zu beschreiben war. Die Charactere der Personen waren farbig und voller menschlicher Facetten und erlangten Tiefe durch ihre Vielschichtigkeit und die lebhaften Dialoge. Hier gefielen mir auch die provencialischen Brocken, die den Leser erinnern, wo man sich befindet und die nicht jedes Mal wörtlich übersetzt werden mussten, um ihren Charme zu verbreiten.

Es ist ein Buch, das mit Sicherheit mehr Männern gefällt wie Frauen, da hier ein Mann die Hauptrolle spielt und es einige Tote zu verzeichnen gibt und Grausamkeiten geschehen, die zu Herzen gehen; vor allem, wenn sie liebgewonnene Figuren betreffen. Dennoch ist es eine Geschichte auch von der Liebe und den Verwirrungen der Gefühle, von Sehnsucht nach Heimat und dem Wunsch im sicheren Hort einer Familie zu leben. Mir war Jaufrè ein guter Freund und seine Erlebnisse haben mich eine Woche lang Tag und Nacht gefangen genommen und ließen mich einen dicken Schmöker an alle nur erdenklichen Orte mitschleppen, was sonst gar nicht meine Art ist.“
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Zeitreise im historischen Roman?

crusadersmoslems
In wieweit darf man oder soll man in einem historischen Roman Parallelen zwischen historischer Vergangenheit und unserer Gegenwart ziehen?

Nach der Meinung von Bernd Giehl tue ich dies nicht genug. In seiner Besprechung des „Der Bastard von Tolosa“ im Blog des Glarean Magazins („Ohne Widerhaken im Denken“) findet er frappierende Ähnlichkeiten zwischen meiner Darstellung der ersten Jahre nach dem Kreuzzug von 1096 und dem Krieg in Afghanistan der heutigen Zeit:
„Alles ist vorhanden in Ulf Schiewes Erstling «Bastard von Tolosa»: Die Taliban – nur dass sie in diesem Roman «Sarrasin» heißen, oder auch mal «Seldschuken»; Al Quaida, deren Kämpfer hier «Haschaschin» genannt werden, Assassinen (das Wort gibt es heute noch im Französischen für Selbstmörder); Die internationalen Truppen der ISAF, nur dass sie nicht Amerikaner, Briten, Kanadier oder Deutsche sind, sondern Provenzalen oder Normannen. Es geht auch nicht um die Befreiung Afghanistans, sondern um die Eroberung des Heiligen Landes durch ein Kreuzritter-Heer im 11. Jahrhundert. Und der, der den Feldzug befohlen hat, heißt nicht George Bush, sondern Papst Urban. Genauso scheinheilig wie im «Krieg gegen den Terror» sind auch hier die Gründe. Nur dass sie nicht «Demokratie» oder «Rechte der Frauen» heißen, sondern «Befreiung des Heiligen Grabs» oder «Rückeroberung Jerusalems». Auch die Durchhalteparolen werden gegeben, genau so, wie das sinnlose Morden von den sensibleren Naturen beklagt wird.“
Natürlich kann man solche Parallelen ziehen. Bei meiner Recherche und auch beim Schreiben sind mir selbstverständlich ähnliche Gedanken gekommen. Ich will auch nicht leugnen, dass meine Darstellung der Situation in Outremer des Jahres 1110 dem Leser sogar bewusst auf solche Gedanken bringen kann. Aber ich überlasse es dem Leser, daraus seine eigenen Schlüsse zu ziehen. Natürlich wiederholt sich vieles in der Geschichte der Menschheit. Und es ist ja auch der Sinn eines Romans, sich neben Handlung und Plot mit dem ewig Menschlichen auseinanderzusetzen, oder aus der Geschichte zu lernen, etwas daraus zu ziehen, das uns auch heute angeht.
Aber dies ist Bernd Giehl nicht genug. Ich zitiere: „Alles ist vorhanden, und womöglich wiederholt sich ja auch alles, wie es Nietzsche schon wusste, nur dass Ulf Schiewe die Möglichkeit der «Ewigen Wiederkehr» seinen Lesern nicht zumuten möchte. Wahrscheinlich wäre es ein spannendes Unternehmen, die Kreuzzüge und den «Krieg gegen den Terror» in Afghanistan einmal gegeneinander zu schneiden und miteinander zu verschränken, aber das hieße ja, den Leser zum Denken zu zwingen. Und Bücher, bei denen man denken muss, werden nicht in hunderttausender Stückzahlen gekauft. Womöglich werden sie nicht einmal gedruckt.“
Ganz abgesehen von den etwas abfälligen Bemerkungen über Leser und Denken (!), was Herr Giehl hier fordert, würde sich sicher gut in einem Sachbuch machen. Ich sehe aber kaum die Möglichkeit, so etwas in einem historischen Roman unterzubringen. Höchstens als Fantasy-Zeitreiseroman, was gar nicht mein Genre ist. Ich finde, es genügt völlig, wenn Leser wie Herr Giehl beim Lesen meines Romans schon von selbst draufkommen, wie er es ja ganz offensichtlich getan hat. Darüber kann ich mich nur freuen.

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