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Bastard-von-Tolosa

"Dann gab es kein Halten mehr"

Gelegentlich interessiert auf diesem Blog vielleicht die eine oder andere Rezension, die mir besonders aufgefallen ist. Mit freundlicher Erlaubnis der Rezensenten möchte ich sie hier zitieren. Hier die Neueste über den Bastard von Tolosa:

Mein Jahreshighlight 2011,24. Januar 2012
Vongagamaus (muc)
Rezension bezieht sich auf: Der Bastard von Tolosa: Roman (Kindle Edition)

„Lange habe ich dieses Buch nicht richtig beachtet und mehr durch Zufall bin dann doch dazu gekommen es mal anzulesen. Dann gab es kein Halten mehr.
Lasst Euch nicht abschrecken davon, dass es 930 Seiten dick ist. Hier ist wirklich keine Seite zuviel. Keinen Satz möchte ich missen und ich war am Ende traurig, dass der Roman nicht noch weiter ging.

Man wird mit der ersten Zeile hineingesaugt in eine hervorragend erzählte, dicht gewebte Geschichte in der der Held Jaufré sich nach langen Jahren im Heiligen Land entschließt, wieder in die Heimat zurückzukehren und zu versuchen etwas Seelenfrieden und Ruhe zu finden von all dem Krieg und Blut in seinem Leben.

Es handelt sich also keineswegs um ein Buch nur über den Heiligen Krieg um Jerusalem und keine Angst vor zu vielen Schlachten und Kämpfen. Die gibt es natürlich auch aber nach dem ersten Teil nehmen sie stark ab und die Handlung wird dann geprägt vom abenteuerlichen Versuch Jaufrés seine Burg wieder in Besitz zu nehmen und seine familiären Bande zu entwirren und zu festigen.

Ich empfand die Sprache als sehr bildgewaltig und doch nicht aufdringlich, als einfühlsam, wo dies von Nöten und kühl genau, wo Grausames zu beschreiben war. Die Charactere der Personen waren farbig und voller menschlicher Facetten und erlangten Tiefe durch ihre Vielschichtigkeit und die lebhaften Dialoge. Hier gefielen mir auch die provencialischen Brocken, die den Leser erinnern, wo man sich befindet und die nicht jedes Mal wörtlich übersetzt werden mussten, um ihren Charme zu verbreiten.

Es ist ein Buch, das mit Sicherheit mehr Männern gefällt wie Frauen, da hier ein Mann die Hauptrolle spielt und es einige Tote zu verzeichnen gibt und Grausamkeiten geschehen, die zu Herzen gehen; vor allem, wenn sie liebgewonnene Figuren betreffen. Dennoch ist es eine Geschichte auch von der Liebe und den Verwirrungen der Gefühle, von Sehnsucht nach Heimat und dem Wunsch im sicheren Hort einer Familie zu leben. Mir war Jaufrè ein guter Freund und seine Erlebnisse haben mich eine Woche lang Tag und Nacht gefangen genommen und ließen mich einen dicken Schmöker an alle nur erdenklichen Orte mitschleppen, was sonst gar nicht meine Art ist.“
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