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Motivation

Wonach einem das Herz steht

Es wird dieser Tage viel über Steve Jobs geredet. Was er in den letzten Jahren für Apple geleistet hat, ist phänomenal. Ich habe ihn schon immer bewundert, besonders da ich beruflich auch aus dieser Welt der Computer Freaks und Software Revoluzzer komme. Ich hatte mir ja selbst den ersten kommerziellen Apple gekauft, es war 1982, ich erinnere mich gut. Mein Arbeitgeber hatte ich ursprünglich mit dem Argument zu überzeugen versucht, ich bräuchte das Ding, um bessere Vertriebsprognosen für mein Team zu erstellen. Fehlanzeige! Personal Computer? Ob ich denn behämmert wäre? Für so’n Spielkram hätten sie kein Geld.

Witzig, wenn man sich das heute vorstellt.

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Der junge Steve Jobs


Natürlich hatten mich die Neugierde und der Spieltrieb gepackt, ich gebe es zu. Schließlich war ich mal Programmierer gewesen. Es war Winter, wir wohnten damals in Stockholm, und meine Frau war so wütend über diese unsinnige Geldausgabe, dass es mich ein gleich teures, edles Geschenk gekostet hat, um sie wieder zu beruhigen. Damals durfte man noch Pelz tragen, mehr sage ich nicht. Zwei Jahre später hat mein Arbeitgeber dann alle Büros mit Personal Computern ausgestattet. Irgendwann, Jahre später landete mein veralteter Apple II auf dem Müll, aber ich war ein Steve Jobs Fan fürs Leben geworden.

Nun geht es ihm schlecht. Und das tut mir sehr leid. Besonders weil er irgendwie zu meiner Generation von Himmelstürmern in Turnschuhen gehört. Vor Studenten soll er einmal gesagt haben, die Lebenszeit sei begrenzt und man müsse das tun, wonach einem das Herz steht und den Mut dazu aufbringen. Denn nur, was man mit Liebe anpackt, macht man wirklich gut.

Ein bisschen fühle ich mich angesprochen, denn irgendwann vor sechs Jahren habe ich angefangen, Bücher zu schreiben. Erst zögerlich, dann mit immer mehr Energie und Freude. Phasen des Zweifels hat es dabei auch gegeben und Motivationsdurchhänger. Aber inzwischen kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, nicht zu schreiben. Gestern habe ich eine Mail von einem Leser erhalten, in der er mir mitteilt, er sei nach Jahren ein Lesemüder geworden. Aber nun hätte ich ihm sein Interesse und Glauben an gute Geschichten wieder erweckt.

Wie schön. Man werkelt also nicht ganz umsonst vor sich hin.

Und meinen iPad liebe ich auch. Danke Steve!

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Writer's Reward

Manchmal muss man sich fragen, warum macht man das eigentlich? Das Schreiben von dicken Büchern, meine ich. Man sitzt einsam in seinem Kämmerlein, wälzt historische Abhandlungen, recherchiert im Internet, versucht Ordnung in das Chaos von Informationen zu bringen, denkt sich dazu Figuren und ihre Geschichten aus und schreibt, schreibt und schreibt. Nein, eigentlich verbringt man die meiste Zeit damit, das zu überarbeiten, was man schon geschrieben hat. Und das fünf Jahre lang. So lange hat jedenfalls mein Erstling gedauert. Neben meiner normalen Arbeit versteht sich. Beim zweiten ging es schneller. Nur ein Jahr. Na ja, erstmal sind es weniger Seiten, dann hatte ich mehr Zeit, mehr Übung und die Recherche fiel geringer aus, weil größtenteils schon vorhanden. Trotzdem waren es 12 Stunden-Tage, Samstag und Sonntag inbegriffen, ohne Urlaub.

Und was hat der Mensch davon?
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Nun, ich gebe zu, es macht Spaß. Es ist nicht nur eiserne Disziplin und tägliche Selbstmotivierung. Gelingt einem eine Szene besonders gut, ist der Mensch glücklich. Wenn nicht, wird sie überarbeitet. Irgendwann ist sie so, dass man sich zufrieden zurücklehnen kann. Außerdem ist es immer wieder überraschend, was man sich alles so auszudenken in der Lage ist. Ich erstaune mich regelmäßig selber. Manchmal sind das Plotstränge, die ursprünglich gar nicht geplant waren, aber sich dann einfach wunderbar einfügen. Oder neue, ungeplante Personen tauchen auf. Besonders spannend, wenn die Neulinge sich im Laufe der Geschichte verselbstständigen und ein Eigenleben entwickeln, ja das Plot verändern. Das sind die kleinen Freuden des Autors.

Am besten ist aber der Kontakt mit den Lesern, der durch das Internet möglich ist. Wenn einem dann jemand schreibt: „Hallo - was für ein Buch! Ich lese sehr viel und gern, aber der "Bastard" war so genial, wie lange kein Roman bisher! Hoffentlich muss man auf einen neuen ‚Schiewe‘ nicht allzu lang warten!!!“ Das ist wunderbar, besser als Weihnachten, und eine Belohnung der besonderen Art, die einem sofort Lust macht, den nächsten Stoff in Angriff zu nehmen.
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