August 2018

Was will uns "Land im Sturm" vermitteln?

Vor ein paar Tagen durfte ich endlich das fertige Ergebnis meiner langjährigen Arbeit in Händen halten - das erste Exemplar meines neuen Romans. Ich finde, es ist ein wunderschöner Hardcover geworden mit einem tollen Umschlagentwurf. Er ist auf relativ dünnem Papier gedruckt, so dass die über 900 Seiten nicht zu schwer in der Hand liegen. Ich konnte nicht umhin, gleich ein Foto zu machen, zusammen mit meiner Trilogie "Herrscher des Nordens" als Sockel. Was irgendwie auch passend ist, denn ich habe beide Geschichten zum Teil nebeneinander geschrieben.




Die beiden Romane bilden einen Gegensatz. Beide sind historisch, aber während "Herrscher des Nordens" das Heranreifen und das abenteuerliche Leben eines Mannes in einem sehr begrenztem Zeitraum des Hochmittelalter erzählt, versucht "Land im Sturm" gleich ein ganzes Jahrtausend zu erfassen und verständlich zu machen.

Ist so etwas überhaupt möglich? Und was wollte ich damit erreichen?

Natürlich ist es nicht möglich, die Geschichte eines Jahrtausends (eigentlich sind es hier 900 Jahre) in einem einzigen Roman unterzubringen. Unsere Geschichte ist so umfangreich und weitläufig, so blutig wie reich an Umwälzungen und neuen Strömungen, das alles darzustellen, könnte kein Roman zustande bringen, höchstens ein Sachbuch - auch dann nur sehr zusammengefasst. Ich habe mich deshalb auf fünf Episoden unserer Geschichte beschränkt, die unser Land verändert und geformt haben. Natürlich hätte ich auch andere Ereignisse wählen können, aber diese fünf erschienen mir besonders bedeutend. Da ist der Sieg über die Ungarn, der zur Entstehung des deutschen Kaiserreichs entscheidend beitrug, die Entstehung Lübecks und des Ostseehandels wie auch der Wendenkreuzzug, natürlich der 30-jährige Krieg, dann Preußens Befreiung vom Joch Napoleons und zuletzt die industrielle Revolution.

Im Roman erleben wir diese epochalen Ereignisse und Veränderungen durch das Schicksal einfacher Menschen, die in den Strudel der äußeren Umstände hineingezogen werden und diese genauso wie ihr eigenes Leben zu meistern suchen. Manche kommen zu Tode, andere überleben und bauen wieder auf. Der Roman erzählt von Kampf und Auseinandersetzungen, aber auch von Glück und Liebe. Dabei sind die Helden des Romans in ihren Träumen und Bestrebungen immer typische Menschen ihrer jeweiligen Epoche.

Sind die Episoden in diesem Buch nun völlig unabhängige, einzelne Geschichten, die nichts miteinander zu tun haben?

Nein, ganz im Gegenteil. Die Geschichten sind alle sind miteinander verbunden, denn es handelt sich durchgehend um die gleichen Familien. Da sind die Schmitts, eine Handwerkerfamilie, die Billungs, eine adeliges Geschlecht und die Fischers, eine Kaufmanns- und industriellen Familie. Sie tragen auch die gleichen Namen, was die Verbindung von Generation zu Generation noch deutlicher macht. Sie haben immer wieder miteinander zu tun, und dabei baut eine Geschichte auf der vorherigen auf. Sie reichen sozusagen den Stab an die nächsten Generationen weiter, auch wenn das manchmal im ersten Moment nicht offensichtlich ist. Dabei spielt ein altes Familienerbstück eine wichtige Rolle, auch wenn dieses manchmal die Familie wechselt, so taucht es doch immer wieder auf.

Neben den persönlichen Schicksalen versucht der Roman, die Entwicklung des Landes zu vermitteln - von den einfachen Bauern im Inntal im 10. Jahrhundert bis zur industriellen Revolution und den neuen politischen Ideen des 19. Jahrhunderts, die sich 1849 im Kampf auf den Barrikaden Gehör verschafften. Und auch, welche unterschiedlichen Menschen im Laufe der Geschichte zu Deutschen geworden sind: Welsche aus dem Süden, Wenden östlich der Elbe, Hugenotten aus Frankreich und viele andere. Im Grunde waren wir hier in der Mitte Europas schon immer ein Einwanderungs- und Mischvolk. Wäre auch erstaunlich, wenn es anders wäre. In diesem Sinne versucht der Roman zu erzählen, woher wir kommen und wer wir sind. Ein ambitioniertes Unterfangen, aber einen Versuch wert, denke ich. Der Leser wird entscheiden, ob es gelungen ist.

Schlafen die in Berlin?

Die Welt kommt um vor Hitze. Die Algarve brennt, Temperatur: 45 Grad im Schatten. Das muss man sich mal vergegenwärtigen - 45 Grad im Schatten. In Griechenland hat es kürzlich gebrannt. Kalifornien erlebt den größten Waldbrand aller Zeiten. In Deutschland vertrocknen die Ernten, auch bei uns brennen Wälder, die Ostsee hat Mittelmeer-Temperaturen. Seit Wochen regnet es nicht. Man kommt um vor Hitze, muss das Haus verrammeln, damit es innen noch etwas erträglich bleibt.

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Die Klimakatastrophe kommt immer näher. Aber unsere Regierung hat keinen Klimaplan. Wir verbrennen weiter Kohle, als ob es kein Global Warming gäbe, und scheinen auch sonst keine Idee zu haben, was man tun könnte, um unseren Beitrag zu leisten. Vielleicht ist es denen nicht warm, weil sie in klimatisierten Büros sitzen, die mit Strom von Kohlekraftwerken betrieben werden.